Rechner

Was müssen Sie als IT-Freiberufler wirklich verlangen?

Nicht „welcher Tagessatz ist üblich", sondern: Welcher Satz trägt Ihr Zielnetto, Ihre Vorsorge, Ihre Betriebskosten und die Tage, an denen Sie nicht fakturieren? Vom Bedarf rückwärts gerechnet.

Rückwärtsrechnung vom Zielnetto ca. 3 Minuten Keine Datenübertragung

Ihr Bedarf

Was am Monatsende tatsächlich zur Verfügung stehen soll.

€ / Monat

Nach Steuern, nach Krankenversicherung und nach Altersvorsorge – also das, was zum Leben bleibt.

35 %
0 %55 %

Einkommensteuer, ggf. Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag auf den Gewinn. Individuell sehr unterschiedlich – bitte mit dem Steuerberater abstimmen.

€ / Monat

Voller Beitrag – als Selbstständiger gibt es keinen Arbeitgeberanteil.

€ / Monat

Rentenvorsorge, Berufsunfähigkeit, ggf. Versorgungswerk.

Betriebliche Kosten

Alles, was das Unternehmen trägt – unabhängig davon, ob Sie gerade im Mandat sind.

€ / Jahr

Büro, Hard- und Software, Versicherungen, Steuerberatung, Weiterbildung, Fahrzeug, Marketing.

0 %
0 %25 %

Anteil, den ein Vermittler vom Kundensatz einbehält. Bei Direktverträgen null.

12 %
0 %40 %

Fakturierbare Zeit

Der Posten, an dem die meisten Kalkulationen scheitern.

30 Tage
060
10 Tage
040

Es gibt keine Lohnfortzahlung – diese Tage tragen Sie selbst.

30 Tage
080

Akquise, Angebote, Weiterbildung, Buchhaltung, eigene Infrastruktur.

90 %
40 %100 %

Bildet Projektlücken zwischen zwei Mandaten ab – auch bei guter Auftragslage.

Wichtiger Hinweis: Diese Modellrechnung ist weder Steuer- noch Rechtsberatung. Gerechnet wird mit 252 Werktagen abzüglich Ihrer Angaben. Krankenversicherung und Altersvorsorge werden vereinfachend aus dem versteuerten Einkommen bestritten; tatsächlich sind Vorsorgeaufwendungen teilweise abzugsfähig, wodurch der tatsächlich benötigte Satz etwas niedriger liegen kann. Die Steuerquote ist eine Annahme und hängt von Rechtsform, Hebesatz, Familienstand und weiteren Einkünften ab. Für belastbare Zahlen ist Ihr Steuerberater zuständig.

Einordnung

Der Tagessatz ist keine Marktfrage, sondern eine Rechenaufgabe

Die häufigste Frage in Freiberufler-Foren lautet, welcher Tagessatz für eine bestimmte Rolle „üblich" sei. Die Frage führt in die Irre. Üblich ist, was andere mit anderen Lebenshaltungskosten, anderer Vorsorge und anderer Auslastung verhandelt haben. Für Ihre eigene Kalkulation ist das ohne Bedeutung.

Relevant ist allein, welcher Satz Ihren Bedarf trägt. Erst wenn diese Zahl feststeht, wird der Marktvergleich nützlich: Liegt der errechnete Mindestsatz deutlich über dem, was im Segment erzielbar ist, stimmt eine der Annahmen nicht – oder das Segment passt nicht zur angestrebten Positionierung. Beides ist eine wichtige Erkenntnis, aber keine, die sich durch Nachfragen bei anderen beantworten lässt.

Was den Satz am stärksten bewegt

  • Fakturierbare Tage: zehn Tage weniger verteuern den Satz um rund fünf Prozent.
  • Auslastungsannahme: der am häufigsten zu optimistisch gesetzte Wert.
  • Vermittlungsprovision: wirkt unmittelbar auf den Kundensatz.
  • Vorsorge: wird in frühen Jahren oft zu niedrig angesetzt.

Faustregel aus der Praxis: Wer unter dem errechneten Mindestsatz abschließt, finanziert das Mandat aus der eigenen Vorsorge.

Hintergrund

Häufige Fragen

Warum ist ein Angestelltengehalt von 130.000 € nicht mit 130.000 € Umsatz vergleichbar?

Weil vom Umsatz zuerst alles abgeht, was beim Angestelltenverhältnis der Arbeitgeber trägt oder das Arbeitsrecht sichert: der volle Krankenversicherungsbeitrag statt des hälftigen, die komplette Altersvorsorge ohne Arbeitgeberanteil, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Weiterbildung, Arbeitsplatz und Hardware. Hinzu kommt, dass nur ein Teil der Jahrestage überhaupt fakturierbar ist. Als grobe Orientierung: Ein freiberuflicher Jahresumsatz muss meist deutlich über dem vergleichbaren Bruttogehalt liegen, um dieselbe Absicherung und dasselbe Netto zu erreichen.

Wie viele Tage kann ich realistisch fakturieren?

Von etwa 252 Werktagen im Jahr gehen Urlaub, Krankheit, Akquise, Weiterbildung und Verwaltung ab. Wer 30 Tage Urlaub nimmt, zehn Tage Puffer für Krankheit einplant und dreißig Tage für nicht fakturierbare Tätigkeiten ansetzt, landet bei rund 180 Tagen. Davon geht noch das Auslastungsrisiko ab – Projektlücken zwischen zwei Mandaten entstehen auch bei guter Auftragslage.

Warum arbeitet der Rechner mit einer pauschalen Steuerquote?

Weil die tatsächliche Steuerlast von Faktoren abhängt, die ein Rechner nicht seriös abbilden kann: Rechtsform, Gewerbesteuerhebesatz, Familienstand, weitere Einkünfte, Abschreibungen und Vorsorgeaufwendungen. Eine pauschale Quote macht die Annahme sichtbar und veränderbar, statt eine Scheingenauigkeit zu erzeugen. Für eine belastbare Zahl ist der Steuerberater zuständig – dieser Rechner ist ausdrücklich keine Steuerberatung.

Was bedeutet der Sicherheitsaufschlag?

Der Mindesttagessatz deckt genau Ihren Bedarf – ohne Rücklagen, ohne Investitionen, ohne Spielraum für ein schwächeres Jahr. Der Aufschlag bildet das ab, was ein Unternehmen braucht, um nicht von jedem einzelnen Mandat abzuhängen: Liquiditätsreserve, Ersatzbeschaffung, Weiterbildung und die Fähigkeit, ein unpassendes Angebot abzulehnen.

Welche Rolle spielt das Zahlungsziel?

Es beeinflusst nicht den Tagessatz, wohl aber den Liquiditätsbedarf. Bei 45 Tagen Zahlungsziel plus Rechnungslauf finanzieren Sie faktisch zwei Monatsumsätze vor. Bei Vermittlern kommen deren eigene Fristen hinzu. Eine Rücklage in Höhe von zwei bis drei Monatsumsätzen ist deshalb keine Vorsicht, sondern Betriebsnotwendigkeit.

Für Auftraggeber

Sie suchen Projektleitung auf Zeit?

Ich übernehme Projekt- und Teilprojektleitung, PMO und Transition in regulierten Umgebungen – als Freiberufler, kurzfristig verfügbar. Schildern Sie mir Ihr Vorhaben in zwei Sätzen.

Zieltagessatz

–
Auswertung