Analyse & Bewertung

Carve-out- & TSA-Readiness-Check

Sind Sie bereit für Day 1? 19 Fragen zu Übergangsvereinbarung, Scope-Abgrenzung, Identität, Infrastruktur, Anwendungen und Umstellung zeigen den Bereitschaftsgrad – und die Punkte, die vor dem Stichtag geklärt sein müssen.

19 Fragen · 7 Bereiche ca. 6 Minuten Keine Datenübertragung

Übergangsvereinbarung und Ausstieg

Der TSA regelt den Übergang – die Exit-Kriterien entscheiden, wann er wirklich endet.

Liegt eine unterzeichnete Übergangsvereinbarung mit Leistungsbeschreibung vor?

Leistungsbeschreibung heißt: je Service Umfang, Qualität, Ansprechpartner und Preis.

Sind die Ausstiegskriterien je Service definiert und messbar?
Ist die Restlaufzeit der Vereinbarung ausreichend für den geplanten Ausstieg?

Abgrenzung von Day 1 und Day 2

Was muss am ersten Tag laufen – und was darf bewusst später kommen?

Ist der Day-1-Umfang schriftlich festgelegt und abgenommen?
Ist der Day-2-Umfang mit Terminen und Verantwortlichen hinterlegt?
Sind die verbleibenden Abhängigkeiten zum abgebenden Unternehmen vollständig erfasst?

Identität und Arbeitsplatz

Der sichtbarste Teil des Übergangs: Anmeldung, Postfach, Gerät.

Ist der eigene Verzeichnisdienst aufgebaut und sind die Konten vorbereitet?
Sind E-Mail-Domäne, Postfächer und Weiterleitungen geplant?

Einschließlich der Frage, wie lange die alte Adresse erreichbar bleibt.

Ist der Umgang mit den Endgeräten entschieden?

Übernahme, Neuausstattung oder Neuaufsetzung – inklusive Beschaffungsvorlauf.

Netzwerk, Infrastruktur und Anwendungen

Trennung der technischen Basis und Überführung der fachlichen Systeme.

Ist die Netzwerktrennung geplant – einschließlich Namensauflösung und Internetzugang?
Ist geklärt, wo die Systeme künftig betrieben werden?
Liegt ein vollständiges Verzeichnis der betroffenen Anwendungen mit Zielbild vor?
Ist geklärt, welche Daten übergehen – rechtlich und technisch?

Einschließlich Aufbewahrungspflichten und Zugriff auf Altbestände.

Sind die Lizenzen auf das neue Unternehmen übertragbar oder neu beschafft?

Betrieb und Umstellung

Wer hilft ab Tag 1 – und was passiert, wenn etwas nicht funktioniert?

Steht der Service Desk für den ersten Tag bereit?

Erreichbarkeit, Werkzeug, Berechtigungen und Wissensbasis.

Sind die eigenen Betriebsprozesse beschrieben und die Rollen besetzt?
Gibt es einen detaillierten Umstellungsplan mit benannter Verantwortung?

Mit Reihenfolge, Zeitfenstern, Freigabepunkten und benannten Personen.

Ist ein Rückfallpunkt mit Entscheidungskriterium festgelegt?
Ist eine Generalprobe für die Umstellung vorgesehen?

Zur Einordnung: Der Bereitschaftsgrad beruht auf Ihrer Selbsteinschätzung und bildet den Planungsstand ab, nicht die tatsächliche technische Umsetzung. Besonders aussagekräftig wird der Check, wenn abgebende und übernehmende Seite ihn getrennt ausfüllen – die Abweichungen markieren verlässlich die Stellen, an denen später gestritten wird.

Aus der Praxis

Der Stichtag ist selten das Problem – der Ausstieg danach schon

Trennungsprojekte werden fast immer vom Day-1-Termin her gedacht. Der Termin wird dann meist gehalten, notfalls mit Übergangsleistungen, die großzügig weiterlaufen. Teuer wird das Vorhaben danach: wenn der Ausstieg aus der Übergangsvereinbarung ansteht und sich herausstellt, dass die Kriterien dafür nie messbar festgelegt wurden.

Deshalb gewichtet dieser Check die Exit-Seite ähnlich stark wie den Stichtag selbst. Wer am Tag der Unterzeichnung bereits weiß, woran der Abschluss je Service erkennbar ist, verhandelt später aus einer vollkommen anderen Position.

Was regelmäßig zu spät beginnt

  • Identität: liegt fast immer auf dem kritischen Pfad.
  • Endgeräte: Lieferzeiten binden den Stichtag.
  • Lizenzen: Konzernverträge enden mit der Trennung.
  • Altdaten: Aufbewahrungspflichten blockieren die Abschaltung.
  • Exit-Kriterien: ohne Messbarkeit verlängert sich der Übergang.
Hintergrund

Häufige Fragen

Für welche Vorhaben ist dieser Check gedacht?

Für IT-Trennungen jeder Richtung: Carve-out eines Geschäftsbereichs, Verkauf einer Gesellschaft, Ausgründung oder das Ende einer Übergangsvereinbarung nach einer Übernahme. Die Fragen sind so gestellt, dass sie sowohl für das abgebende als auch für das übernehmende Unternehmen sinnvoll zu beantworten sind.

Warum wiegt die Identität so schwer?

Weil praktisch jeder andere Dienst daran hängt. Ohne eigenen Verzeichnisdienst und vorbereitete Konten lässt sich weder ein Postfach umziehen noch eine Anwendung anbinden noch ein Endgerät verwalten. In nahezu allen Trennungsprojekten liegt die Identität auf dem kritischen Pfad – und wird trotzdem regelmäßig zu spät begonnen.

Was wird beim TSA-Exit am häufigsten unterschätzt?

Drei Dinge: erstens die Lizenzsituation, weil Konzernverträge mit der Trennung enden und Neubeschaffung Vorlauf braucht. Zweitens die Aufbewahrungspflichten für Altdaten, die die Abschaltung der Altsysteme blockieren. Drittens der Zeitbedarf für die Exit-Kriterien selbst – ohne messbare Kriterien verlängert sich der Übergangsbetrieb fast zwangsläufig, meist zu deutlich höheren Preisen.

Wie belastbar ist das Ergebnis?

Es ist eine strukturierte Selbsteinschätzung. Der Wert liegt weniger im Prozentwert als in den aufgedeckten Lücken – und darin, dass alle Beteiligten dieselben Fragen beantworten müssen. Für eine belastbare Bewertung sind Verträge, Anwendungsverzeichnis und Umstellungsplan im Detail zu prüfen.

Werden Eingaben gespeichert?

Nein. Die Berechnung läuft vollständig lokal in Ihrem Browser; es werden keine Angaben übertragen oder gespeichert.

Nächster Schritt

Day 1 rückt näher – und die Liste wird länger?

In Trennungsprojekten entscheidet die Reihenfolge über den Termin. Schildern Sie mir Ihren Stand; Sie erhalten eine Einschätzung, was zwingend vor dem Stichtag geklärt sein muss und was bewusst nach Day 2 verschoben werden kann.

Day-1-Bereitschaft

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Auswertung